Paderborn. An der jährlichen Austauschtagung der Geistlichen Leiterinnen im Diözesanverband Paderborn der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) nahmen 38 berufene Frauen aus dem ganzen Bistum teil. Im Mittelpunkt stand der feierliche Gottesdienst zur Beauftragung von fünf neuen Geistlichen Leiterinnen. Weitere Programmpunkte des zweitägigen Treffens waren ein Vortrag der Theologin und Autorin Dr. Eleonore Reuter zum Thema „Namenlos in bester Erinnerung“ sowie die Vorbereitung des experimentellen Beauftragungs-Gottesdienstes.
Die Geistliche Leitung des kfd Diözesanverbands, Mechthild Wohter und Roland Schmitz, hatte unter dem Motto: „Austausch, Inspiration und Vernetzung“ in das Bildungshaus Maria Immaculata in Paderborn eingeladen. Für Roland Schmitz waren die Begegnungen mit den Wegbegleiterinnen besonders berührend. Er hat 20 Jahre lang als Diözesanpräses den großen Verband mitgeprägt und wurde im September verabschiedet.
Ihre Beauftragung für das zukünftige Wirken als Geistliche Leiterinnen in Ortsgruppen und Bezirken des kfd-Diözesanverbands erhielten Veronika Esser für die kfd Schloss Holte – Stukenbrock, Rita Kapovits für die kfd Liebfrauen Bielefeld-Ost, Petra Meiwes für den kfd-Bezirk Delbrück-Hövelhof, Marita Schäfer für die kfd Irmgarteichen, Hainchen und Werthenbach sowie Ulla Schalück für den kfd-Bezirk Wiedenbrück. Weitere Teilnehmende des außergewöhnlichen Gottesdienstes in der Kapelle des Bildungshauses waren langjährige Geistliche Leiterinnen, die den Beauftragten als Patinnen persönliche Segenswünsche zusprachen und Angehörige der neu Beauftragten. Die stellvertretende Vorsitzende Gabi Kaufhold und Verena Hahn vom Diözesanleitungsteam brachten sich ebenfalls in die Gestaltung des Treffens ein. Irmgard Siemen an der Flöte und Hanna Dabbert an der Gitarre begleiteten mit wunderbaren Liedern die Messfeier.
In einem Predigt-Dialog bekundeten Frauen, dass sie ihren Glauben öffentlich machen und Menschen mitnehmen möchten. „Das hat ganz viel mit kfd zu tun“, sprach Roland Schmitz den Geistlichen Leiterinnen eine große Bedeutung zu und bezeichnete sie als „riesengroßes Geschenk“. Er wandte sich an die Neuen: „Sie gehen ihren Glaubensweg ganz persönlich als Frau und jetzt auch als Amtsinhaberinnen im Verband und in der Kirche. Es ist noch kein Weiheamt, aber das kann ja noch werden. Wir haben einen langen Atem.“ Mechthild Wohter überreichte ihnen das goldene Sternenkreuz, das Symbol der Geistlichen Leiterinnen im Diözesanverband, verbunden mit dem Wunsch, dass es die Frauen in ihrem Tun begleiten und göttlicher Segen sie stärken möge. „Wir schöpfen Kraft aus unseren christlichen Wurzeln, gestalten Zukunft und setzen uns für Veränderungen ein“, so ihre Deutung der Kette, die von Pater Abraham in der Schmiede der Benediktinerabtei Königsmünster/Meschede eigens für die „einzigartigen“ kfd-Beauftragten hergestellt wird. Sie ergänzte: „Immer, wenn ich unser Zeichen betrachte, entdecke ich neue Bedeutungen. Das Kreuz ist geschwungen, offen nach unten und durchscheinend. Es steht für göttlichen Glanz und unverwechselbare Würde. In der rechten oberen Ecke leuchtet ein Stern. Er verbindet Himmel und Erde und erinnert daran, fest verwurzelt und beweglich zu sein. Beides schießt sich nicht aus. So öffnen sich immer wieder neue Perspektiven.“
Die offizielle Beauftragung von Geistlichen Leiterinnen im Paderborner Verband ist seit dem Jahr 2000 möglich. 2005 erteilte der Erzbischof die Zustimmung zur Festschreibung in der kfd-Satzung. Voraussetzungen sind die Mitgliedschaft in der kfd und die Zugehörigkeit zur Katholischen Kirche, die Teilnahmen an einem theologischen Grundlagenkursus (wenn keine theologische Berufsausbildung oder Qualifikation vorliegt) und einem Vorbereitungskursus des Verbands sowie die Wahl bei der Mitgliederversammlung in der kfd-Ortsgemeinschaft oder der kfd-Bezirkskonferenz.