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Neue Messlektionare: Neu auf Gottes Wort hören

Neue Messlektionare: Neu auf Gottes Wort hören

Weihbischof Berenbrinker überreicht Lektionare an Vertreter aus den 19 Dekanaten des Erzbistums Paderborn

Paderborn (pdp). „Das Wort Gottes will nicht allein verstanden werden, es will uns anrühren und berühren. Es ist für uns Hilfe zum Leben, schenkt uns Orientierung und Halt, Trost und Leben. Das Wort Gottes ist für uns ein Licht in unserem Leben.“ Das sagte Weihbischof Hubert Berenbrinker im Pontifikalamt am Christkönigsonntag im Hohen Dom zu Paderborn, in dem er Vertretern aus den 19 Dekanaten des Erzbistums Paderborn jeweils ein neues Messlektionar feierlich überreichte. Das Erzbistum Paderborn stellt allen Kirchen und Kapellen, in denen regelmäßig eine Sonntagsmesse oder sonntägliche Wort-Gottes-Feiern gefeiert wird, das erste Lektionar kostenlos zur Verfügung.
Die Bibel sei nicht irgendeine Schrift und irgendein Buch, vielmehr offenbare sich Gott in ihr, führte Weihbischof Berenbrinker in seiner Predigt aus. Und weil durch die Bibel Gott zu den Menschen spreche, sei es gut und richtig, im Gottesdienst eine Lesung aus der Heiligen Schrift mit den Worten „Wort des lebendigen Gottes“ abzuschließen. Damit werde allerdings nicht ausgedrückt, dass jedes einzelne Wort der Bibel von Gott komme, vielmehr dass die Bibel insgesamt das Wort des lebendigen Gottes an die Menschen enthalte, erläuterte Weihbischof Berenbrinker.
Im Hinblick auf die neuen Messlektionare erklärte Weihbischof Berenbrinker, dass in ihnen die revidierte Einheitsübersetzung wiedergegeben werde. Diese neue Übersetzung der biblischen Texte berücksichtige neue Erkenntnisse der Bibelforschung, sei enger am hebräischen und griechischen Urtext der Bibel und korrigiere zudem einige Fehler. Weihbischof Berenbrinker hob in seiner Predigt als große und wertvolle Neuerung hervor, dass in der neuen Einheitsübersetzung der Name Gottes mit „HERR“ wiedergegeben werde: „Den Namen Gottes nicht mehr auszusprechen, ist mehr als ein ökumenisches oder religionsverbindendes Zeichen. Es ist vor allem ein Zeichen der Ehrfurcht vor dem Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, ein Zeichen der Ehrfurcht vor dem Gott, der immer größer ist als unsere Vorstellung und über den wir niemals verfügen können.“
Im Hinblick auf das „Wort Gottes“, die revidierte Einheitsübersetzung und damit auf die neuen Messlektionare sagte Weihbischof Berenbrinker: „Wir selber sollten immer ganz Ohr sein, wenn Gott in und durch die Bibel zu uns spricht. Wir sollten uns immer auch fragen, was will Gott mir heute ganz persönlich sagen. Eine solche Grundeinstellung wird für unser Leben, für unseren Alltag sehr fruchtbar sein.“ Zu den Lektorinnen und Lektoren, die die biblischen Texte im Gottesdienst vortragen, sagte Weihbischof Berenbrinker, es sei bedeutsam, sich auf den verantwortungsvollen Dienst gut vorzubereiten, denn nur was selbst verstanden werde, könne auch an andere weitergegeben werden. „Wichtig ist mir zudem, dass sich die Lektoren ebenso wie die Diakone und Priester vom Wort Gottes ansprechen und berühren lasen, denn nur das, was einen selbst berührt und betrifft, das kann er so weiter geben, dass es auch andere berührt.“ Im Namen von Erzbischof Hans-Josef Becker dankte Weihbischof Berenbrinker den vielen tausend Lektorinnen und Lektoren in den Kirchengemeinden des Erzbistums Paderborn für ihren treuen Dienst.
Zu Beginn des Gottesdienstes wurde das neue Lektionar durch den Mittelgang des Hohen Domes und damit durch die zum Gottesdienst versammelten Gläubigen getragen und dann feierlich im Altarraum aufgestellt. Am Anfang des Wortgottesdienstes sagte Weihbischof Berenbrinker: „An allen Sonn- und Festtagen werden nun die Schriftlesungen in der Fassung der überarbeiteten Bibelübersetzung zu hören sein. Sie werden verkündet aus einem neuen Lektionar. Mögen uns die künstlerische Gestaltung des Buches und manche neuen Formulierungen der Übersetzung dazu anregen, neu auf Gottes Wort zu hören und daraus Kraft für unser Leben zu schöpfen. Jesus Christus ist das lebendige Wort Gottes. Im Wort der Heiligen Schrift tritt er in unsere Mitte.“
Nach der Predigt versammelten sich die Vertreter der 19 Dekanate des Erzbistums Paderborn im Altarraum des Hohen Domes. Dort überreichte Weihbischof Berenbrinker jedem Lektor ein Lektionar mit den Worten „Empfange und verkünde das Wort Gottes!“. Dann betete Weihbischof Berenbrinker: „Herr, unser Gott, du offenbarst dich uns immer wieder neu. In der Heiligen Schrift überlieferst du uns deine wunderbaren Taten, die du einst auf vielfältige Weise gewirkt hast. Du schenkst uns dein heiliges Wort im Menschenwort auch heute, damit es uns Kraft gibt und zu neuem Leben führt. Wir bitten dich: Segne alle, die dein Wort hören und es in ihrem Leben bezeugen. Segne alle Priester und Diakone, alle Frauen und Männer im pastoralen Dienst, alle, die zum Lektorendienst und zur Leitung der Wort-Gottes-Feiern beauftragt sind, damit sie dein Wort allen Menschen treu und zuverlässig verkünden.“
Der feierliche Gottesdienst wurde von der Mädchenkantorei am Paderborner Dom unter der Leitung von Domkantorin Gabriele Sichler-Karle und Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel musikalisch gestaltet.
Hintergrund: neues Lektionar
Am Beginn des neuen Kirchenjahres, am ersten Advent (2. Dezember 2018) wird das neue Messlektionar in den (Erz-)Bistümern des deutschen Sprachraums eingeführt. So kommt die neue Übersetzung der Heiligen Schrift auch in der Liturgie zum Einsatz. Das neue Lektionar ist auf insgesamt acht Bände angelegt: Für die biblischen Lesungen an den Sonntagen sind insgesamt drei Bände vorgesehen – entsprechend den drei Lesejahren A, B und C. Die übrigen fünf Bände enthalten die biblischen Texte für die sogenannten geprägten Zeiten (Weihnachts- und Osterfestkreis), für die gewöhnlichen Wochentage und die Heiligenfeste, für die Feier der Sakramente, Sakramentalien sowie von Begräbnissen und schließlich für die verschiedenen Votivmessen (mit Marienmessen). Wenn mit dem neuen Lektionar ein in Teilen ungewohnter Wortklang der Heiligen Schrift in die gefeierte Liturgie einzieht, eröffnet sich damit zugleich die besondere Gelegenheit, das Wort Gottes wieder intensiver zu hören und sich neu darauf einzulassen – ob als Liturgen, Prediger oder mitfeiernde Gläubige.
Hintergrund: neue Einheitsübersetzung
Ende 2016 konnten die Bischöfe im deutschen Sprachgebiet nach zehnjähriger Arbeit der Öffentlichkeit die neue Einheitsübersetzung der Bibel übergeben. Sie löste die Vorgängerfassung aus dem Jahr 1979 ab und ist heute die offizielle katholische Übersetzung in deutscher Sprache. Eine ihrer Besonderheiten ist die konsequente Nähe zum Urtext. Sie greift den biblischen Originalton auf, ebenso die typisch biblische Sprach- und Bilderwelt, ohne zu reduzieren oder hinzuzufügen. Die Einheitsübersetzung von 2016 gilt als offizieller deutschsprachiger Bibeltext. Das bedeutet, dass sie auch Eingang in die liturgischen Bücher findet. (pdp-n-25.11.2018)

Bild oben: Mit den Worten „Empfange und verkünde das Wort Gottes!“ überreichte Weihbischof Hubert Berenbrinker den im Altarraum versammelten Lektoren das neue Messlektionar, hier an Gerhard Kieseheuer aus dem Dekanat Hochsauerland-Ost. Zuvor hatte Kordula Weis aus dem Dekanat Büren-Delbrück das Lektionar entgegegengenommen, Gerlinde Kolek-Krieger aus dem Dekanat Herford-Minden wird es gleich empfangen. Foto: pdp / Thomas Throenle

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Vertreter aus den 19 Dekanaten des Erzbistums Paderborn hatten sich im Altarraum des Hohen Domes aufgestellt, um das neue Messlektionar entgegen zu nehmen. Foto: pdp / Thomas Throenle

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Groß ist die Freude bei den Lektoren, die die 19 Dekanate des Erzbistums Paderborn vertreten, das neue Messlektionar in den Händen zu halten. Weihbischof Hubert Berenbrinker hat es ihnen überreicht, Generalvikar Alfons Hardt hatte entschieden, dass das Erzbistum die Kosten für diese Exemplare in allen Gemeinden übernimmt. Foto: pdp / Thomas Throenle

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Weihbischof Hubert Berenbrinker stand dem Gottesdienst vor, Generalvikar Alfons Hardt konzelebrierte. Foto: pdp / Thomas Throenle

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